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Die Wasserpumpe kommt zurück

2 Tage habe ich mir die Zeit am Steg vertrieben.

Dann bekomme ich endlich den lang ersehnten Anruf von der Technik: „Wir kommen gleich, die Pumpe ist fertig“

Keine Message kann jetzt schönes sein.

Gereinigt von Schmutz und alter Farbe sieht meine Pumpe wieder richtig gut aus!

Glücksgefühle kommen auf. Komme ich doch noch weiter?

Dann zweigt mir der Mechaniker das komplett zerstörte Lager. Ich kann es kaum fassen, wie zerstört das Lager ist.

Wie lange muss das schon so gewesen sein?

Ich verwahre das Lager für spätere Anschauung. Es ist unglaublich.

Nach einer Stunde brummelt mein Lister wieder glücklich und zufrieden vor sich hin: kein Qualm, kein Raum, alles perfekt!

Wenn ich in Wilhelmshaven bin, muss ich die Pumpe noch einmal ausbauen und den verrotteten Stutzen ersetzen lassen. Die Pumpe selbst sieht super aus. Das hätte ich garnciht gedacht.

Muss sie auch: Das Jabsko –  Modell gibt es nicht mehr…

Eines Tages werde ich das zu spüren bekommen. Ich bin sicher. Aber jetzt ist ist erst einmal alles gut!

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Neues Leben nach dem Sturm und ein Schuldiger: die Kühlwasserpumpe

Nach mehreren Tagen des Dauer- tief – Frostes und Sturmes mit bis zu 9 Bf in Böen (WindyTV) ist nun endlich wieder warm, oder wärmer. Ich bereite mich auf das Ablegen vor, fühle mich aber noch immer mulmig mit dem Thema „Wasser in der Maschine“

Alles um mich herum ist wie ein Erwachen, ein Aufatmen. Tagelang war ich alleine, nur die Mitarbeiter der Marine sind ab und an auf der Strasse entlang gefahren. Ansonsten nur Starkwind, Eis und Einsamkeit.
Jetzt aber kommen von überall her Menschen, die Schäden vom Sturm suchen und reparieren, Schiffe legen ab und kommen an, Sirenen ertönen (für eine Übung? Mh) und überall beginnt das Leben von Neuem. Ein Aufatmen. Mit der Sonne in den Augen ein gutes Gefühl.

Auch in der Marina kommt wieder Leben auf. Ich kann noch einmal tanken und nach Hilfe für die Entsorgung des Altöles fragen. Und schon ist es auch schon weg. Guter Service.

Dann ringe ich mich durch und möchte doch den Service für die Kühlwasserpumpe bestellen. Ich frage die Leute von der Marina. Sind alle sehr nett und hilfsbereit. 3 Telefonate und dann kommt die Aussage: Heute nach Mittag kommt jemand. Super…

Ich fühle mich nicht wohl bei dem Gedanken, das ich unterwegs bin, die Segel / der Mast Ärger machen und ich nach kurzer Zeit ohne Maschine darstehe, weil sie schon rein aus hydraulischen Gründen die Arbeit einstellt.

Hydraulische Gründe? Wenn das Kurbelgehäuse der Maschine sich langsam mit Flüssigkeit füllt können die Kolben nicht mehr auf und nieder schwingen, da sie gegen einen Wiederstand arbeiten, der vorher, als dort nur Luft war, nicht gegeben war. Die Maschine bleibt einfach stehen.

Kein Schöner Gedanke.

Die beiden Serviceleute kommen, gucken – und der eine will schon wieder gehen mit den Worten: „an der Pumpe ist alles verrostet, das Gehäuse, die Schrauben sind teilweise nicht mehr da…. Wenn wir da dran gehen, wissen wir nicht, welche Probleme dann kommen…“

Ich merke an, das die Pumpe ein Bronzegehäuse hat, das doch eigentlich nicht rosten kann. Mh – muss ich nun das Vertrauen in meinen Verstand aufgeben?

Gott sei Dank sind sie zu zweit: der Zweite raunt: Wir versuchen es!

Und: Nach eine viertel Stunde liegt die Pumpe vor uns. Allerdings mit Gehäusedeckel von der Maschine. Die Flanschverbindung zwischen Gehäusedeckel und Pumpe soll in der Werkstatt mit besseren Mitteln getrennt werden. Das kann ich verstehen.

Ich ärgere mich, das ich kein Werkzeug an Bord habe, um die Arbeit selber zu machen. Na ja, auf jeden Fall finden wir den wahrscheinlichen Fehler: die Lager der Pumpenwelle sind wohl kaputt. das Zahnrad vom Antrieb läßt sich locker Millimeterweise hin- und her bewegen. Nicht gut!

Oder doch gut: Wir haben endlich eine Fehler ausmachen können. Hinzu kommt , da die Antriebskammer, in der das Zahnrad steckt voller weißem Schlamm ist: WASSER

und weiß bedeutet für mich in diesem Fall: hier ist mehr Wasser als Öl, also ist hier auch die Quelle des Übels.

Die Beiden verlassen mit Pumpe und Lächeln das Schiff, geben mir noch eine Telefonnummer und meinen: „Machen Sie sich ein paar schöne Tage in Den Helder..:“

Hatte ich die nicht schon ? ?

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selbst die Nordsee friert

die Schlechtwetterfront ist schon seit Tagen angekündigt. Wie immer gilt das Vorhersagegesetzt unserer Breitengrade: schlechtes Wetter kommt garantiert und pünktlich, gutes Wetter kann, muss aber nicht, oder vielleicht später – oder gar nicht….

Es bläst heute morgen morgen mit min 6 Windstärken. Wenn ich die Wackelei der anderen Boote sehe, dann erwärmt sich mein Herz. ELDON liegt ruhig und locker abwartend im Hafenbecken und wiegt sanft hin und her.

Als ich heute morgen aus dem Fenster schau bin ich fasziniert: Selbst die Nordsee friert zu. Im Hafenbecken bildet sich Eis. Wenn ich an ELDON’s Rumpf herunterschaue, sind die Eisschollen ganz schön dick. Bestimmt 1- 2 cm.

Alle Fenster von ELDON sind zugefroren und nur mit sehr viel Mühe freizukratzen.

ES IST KALT DRAUßEN! Nur ein Foto und schnell wieder rein ins warme

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Fehlzündung

Für den Helder war ein Tag geplant. Es soll ja 4 Tage wunerschöne Wetter sein. Genau die Zeit, die ich benötige um nach Wilhelmshaven zu kommen.

Jaja -Wettervorhersagen. Nein, so falsch war sie gar nicht. Die Sonne scheint, es ist kalt, eigentlich ganz gut.

Dennoch fahre ich bei Wind ab 5 nicht gerne: Ich kenne ELDON’S Rigg nicht, ich weiß nicht wie alt und wie stabil. Ich möchte kein Risiko eingehen und bleibe sehr konservativ mit meinen Planungen.

Aber heute kommt wieder etwas anderes dazwischen: Als ich den Ölstnad kontrolliere stelle ich fest:

ICH HABE WIEDER WASSER IN DER MASCHINE!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ich werde wahnsinnig. SCHEI….

Also – ablegen wird nix.

Wieder einen ganzen Tag Ölgrütze aus der Maschine saugen. Und jetzt kommt etwas, das noch schlimmer ist: die Unsicherheit! Ich war mir inzwischen absolut sicher, das das Wasser in der Maschine in Dover mein Fehler war. Aber diesen Fehler habe ich diesmal nicht gemacht. ICH BIN SICHER.

Wo zu Teufel noch einmal kommt das Wasser nun her ?

Ich prüfe den Kühler. Alles gut. Geschmacksprobe des Kühlerwassers:
Ich muss fast kotzen.
Wie alt ist das denn?  und stinkt. paaahhhh.

Den gleichen Geruch nehme ich auch in der Ölgrütze war. Ist da ein Zusammenhang?

Ich sauge wieder einmal 50 (!!!!!) Liter ÖL/ Wasser Schaum/ Schlamm / Grütze aus der Maschine. Alle Reservekanister und Wasserflaschen sind nun voll mit dem Zeugs und stehen an Deck. Ich habe noch keine Idee, wohin damit.

Angesichts des verlorenen Tages schaue ich auf die Wettervorhersage: Die Schlechtwetterfront kommt unaufhaltsam auf uns zu. Da ich nur noch 2 Tage bis zur Front habe müßte ich auf  Borkum ausharren, bis die Front mit Ihren Auswirkungen durch ist. Das möchte ich nicht. Borkum ist mir in sehr schlechter Erinnerung geblieben. Schutzhafen heißt der Schrott, der dort geboten wird und auch noch kräftig Schwell bringen kann. Nein danke.

Also Entschluss: Ich bleibe hier. für eine Woche. Am nächsten Montag werde ich weiter fahren können.

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Zwischenstation beim besten Menschen, den man haben kann!

Auf See kann es schon langweilig werden. Das meint auch die holländische Küstenwache.

Gerade möchte ich zum stillen örtchen, schaue noch einmal auf das Radar für die nächsten 10 Minuten Aussicht. Da fällt mir ein Punkt Bb voraus auf, der schnell näher kommt.

Jawoll – die Küstenwache. Ich glaube, ich bin eine willkommene Abwechselung in diesen Wintertagen.

Ich telefoniere gerade mit mit einem Kunden, den ich mit den Worten abwürgen muss: „die Küstenwache ruft mich, wir müssen Schluß machen, ich melde mich..“

Nachdem wir uns auf den Kanal geeinigt haben – ich habe 60 verstanden, er meinte 06 – unterhalten wir uns über meine Wünsche für die Reise, wo ich herkomme, woher das Boot herkommt….

Sie sind sehr nett. Nach ein paar Fragen drehen sie mit den Worten: „Einen schönen Tag noch“ ab.

endlich – ich muss jetzt aber wirklich mal…

Nach ca. 25 Minuten – ich döse am Navitisch so vor mich hin, irritiert mich ein wedelnder Schatten im linken Augenwinkel. Da schwimmt ein Schlauchboot mit Polizisten neben mir und die Jungs wedeln heftig mit den Armen. Die wollen wohl an Bord kommen.

Ich hätte gerne eine Videoaufnahme in diesem Augenblick gemacht. Ich war nicht schnell genug.

Bei fast 8 Knoten speed kommen die 2 netten Herren an Bord und möchten gerne Papiere und Schiff sehen.

Wir unterhalten uns sehr nett. Ich glaube die haben meine Historie verfolgt und festgestellt, das ich für den bei den Franzosen angegebenen Weg doch schon recht lange unterwegs bin.

Aber alles gut und ich darf meine Reise fortsetzen. Ich freue mich schon jetzt auf die deutsche Küstenwache, die mich mit Sicherheit auch wieder untersuchen wird. Vielleicht schaffe ich dann einen Kurzfilm. 🙂

Wenig später laufe ich in Den Helder ein. Ich wähle den Marine Club Hafen. Er ist ohne Schleuse auch wieder schnell zu verlassen.

Ich habe wieder einige Stunden Autofahren vor mir. Aber auch das wird überwunden. Spät Abends erreiche ich Ijmuiden, nehme meinen Koffer und gehe erst einmal schlafen.

ELDON wartet schon.

Am nächsten Tag erwartet mich wieder Sonne und Kälte. Schön

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Lebe Wohl sagen

Schon lange ist bekannt, wann wir ausziehen müssen. Wenn man sich entscheidet, das Land zu verlassen und auf See zu ziehen, ist das ein großer Schritt.

Ich freue mich darauf! Im gleichen Atemzug bin ich auch nervös. Was wird kommen ? wird alles gut gehen ? Entscheidung korrekt ?

Heute spielen diese Fragen keine Rolle mehr. Nach wochenlangem Aussortieren, verkaufen, wegschmeißen kommt heute nun der Entrümpeler und nimmt den Rest mit, für den es keine Verwendung mehr gibt. Ganz schön viel Rest.

Im Garten stapelt sich mein Leben-sortiert nach Plastik, Metall, Schrott, noch zu gebrauchen…

Die gut eintrainierte Mannschaft bereinigt ein Leben innerhalb von wenigen Stunden runter auf „besen rein“. So der Auftrag.

Und dann stehe ich in dem leeren Haus, schaue mich um und blicke aus dem Fenster auf das, was ich mir noch gelassen habe. Ein volles Auto und ein Hänger mit ‚was drauf. That’s it.

Whou – der Schluck muss erst noch hinunter.

Ich wollte es so. Ich mache kein großes Drama, keinen großen Abschied. Julia hat immer gesagt, das in diesem Haus ein guter Geist lebt, eine alte Dame, klein, Kleid, Mütze, warmherzig. SIe hat nachts auf die Kinder aufgepaßt.  Ich konnte sie nicht sehen, aber manches mal habe ich mich über Dinge gewundert, die geschahen. Anna hat sie auch gesehen. Wenn sie da war: „Mach’s gut Mütterchen“ Wir werden uns nicht wiedersehen.
Es war ein gutes zu Hause.

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Und wieder nach Hause

Der Wind bläst und wir arbeiten jeden Tag so viel wie es geht am Schiff – oder besser gesagt daran, wie wir noch die letze Ecke ausnutzen können, um dort etwas zu verstauen.

Wir sind beide überrascht, das wir am Ende doch relativ gut unsere geballte Ladung von einem vollem Anhänger und vollem Auto unter Deck verstauen.

Einiges wird wieder verschwinden, sobald die Arbeiten am Schiff Ihren Lauf nehmen und Werkzeuge in dieser Masse nicht mehr benötigt werden.

Der Hafenmeister schaut mich an: „Schon seit 8 Wochen Regen und es nimmt kein Ende. Es ist unglaublich“

Das kann schon auf die Stimmung drücken. In der Nacht bläst es wie verrückt. Ich schlafe, bekomme das Spektakel nicht mit. Aber Julia meinte, so schlimm wäre es noch nicht gewesen.

May be… als ich aufwache scheint mir die Sonne ins Auge, es ist Windstille und ich kann keine Wolke mehr sehen. Hui – das ist schön.

Die Fischer kommen gegen 10 von draußen und ich habe den Eindruck, das sie sich ein Rennen liefern: Wer legt zuerst an, wer löscht seine Ladung als Erster und kann mit dem Auto zum 300m entfernten Markt rennen.


Die fahren wie die Irren heute morgen.

Man, ist das schön!
Und wir müssen heute wieder los nach Hause. Julia muss verreisen und ich muss Sie wegbringen. Ich komme in ein paar Tagen wieder. Samstag, ja Samstag bin ich wieder da

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Das letzte Abendmal

Wir habe uns entschlossen einen Tag früher wieder nach Hause zu fahren. Oder – wo war jetzt gleich unser zu Hause – hier auf dem Schiff. Ah – dann muss ich sagen: wir fahren noch einmal zum letzten Zu Hause zurück um dort weiter aufzuräumen.

Heute steht die Finalisierung des Ölwechsels an der Maschine an: neuer Ölfilter, Öl einfüllen und testen, ob noch alles i.O. ist – oder vielleicht besser als vorher ?

Ohne bessere Hilfsmittel ist der Ölwechsel eine Katastrophe. Stundenlanges Knien, manchmal läuft etwas Öl in die Bilge und ganz oft verkrampfen um die Arbeit zu erledigen.

Nachdem ich geschlagene 2 Stunden
daran gearbeitet habe, den neuen Ölfilter wieder anzuschrauben (das ist nicht so eine moderne Patrone – NEIN – das ist ein Filterelement, das in ein Gehäuse passgenau auf eine Dichtung gedrückt werden muss, durch die innen

eine riesen Schraube M12 hindurch ragt – ohne Führung – die dann, nachdem das Filterelement mit Dichtung und Gehäuse ordentlich gegen einen Federdruck an den Flansch gedrückt – und gehalten wird – vorsichtig in das Gewinde – nur mit Gefühl – eingeschraubt wird, wenn einem dabei das Filtergehäuse nicht aus den öligen Fingern glitscht und auf nimmer Wiedersehen in der Bilge verschwindet….

Ich brauche die 2 Stunden um den Trick herauszufinden, wie man das ohne die fehlende 3. Hand hinbekommt. Am Ende sage ich zu mir: Wieso hast Du das nicht gleich so gemacht….. GGGGGrrrrrrrrr SO what, sie ist drin….

Abends gibt es zur Belohnung das letzte Abendmal im FamilyPub. Wir hatten den Pub eher zufällig im Sommer geentert und uns so wohl gefühlt, das wir nur dort hingegangen sind, wenn wir Futter und Tränke benötigten.

Wir stopfen uns mit einem Burger und einigen Gläsern Jeffe voll, bevor wir eher rollend als laufend zurück zu ELDON watscheln und glücklich ins Bett fallen.

Ah – kennt ihr das nette Ehepaar in Steingrau?

Charles de Gaulle mit seiner Frau Yvonne de Gaulle. Eine sehr würdige Statue, die hier in der Geburtsstadt von Frau Gaulle steht.

Ich schaue die Beiden gerne an. Sie haben etwas sehr warmherziges und Gutes.