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Manchmal bin ich fassungslos

Soll ich immer nur die schönen Dinge berichten, nur Bilder von Segeltagen bringen – oder auch immer wieder einmal einstreuen, was vielleicht nicht ganz zur Seefahrer Romantik paßt? Ich schreibe über alles. Ich denke die negativen Dinge sind auch interessant.

Hier ein Beispiel aus der Bordelektrik: Vor Jahren muss die Bb – Navigationsbeleuchtung ausgefallen sein. Ich vermute schlicht durch Korrosion des Steckers. Der Stecker befindet sich im Doradelüftungskasten auf dem Ruderhaus, also nicht direkt frei zugänglich.

Die Lösung der damals Aktiven: Wir bohren ein Loch seitlich durch den Stecker und ziehen ein neues Kabel ein. Gemacht getan: das Loch wurde gebohrt, das Kabel ein gezogen und von oben etwas Dichtmittel draufgepanscht. Dazu wurde noch eine Schraube des alten Steckers ausgebohrt.

Ergebnis heute: Das ganz gammelt natürlich und heute finde ich ein Loch durch das Dach vom Ruderhaus – gott sein Dank nicht allzugroß: ca. ein 2 EUR Stück groß.

Um das in den Griff zu bekommen mußte ich die halbe Doradekiste zerstören (bei der Montage „damals“ wurden dann keine Dichtungen mehr eingesetzt, sondern einfach alles verklebt) und ich durfte alles rausreißen.

Total Irre, wie unprofessionell und stümperhaft das gemeistert wurde! Schaut Euch die Bilder des Elends an. Einfach nur eine peinliche Arbeit, die ich nun rückbauen darf und auch noch das Dach an der Stelle sanieren muss.

Liebe Yachthandwerker, Fummler und Werften, die Ihr nicht wisst, was Ihr tut: lasst doch bitte die Finger von Arbeiten, zu denen Ihr keine Lust habt – oder es nicht könnt! Schlimm…

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Kaum ist der letzte Knaller verpufft…

da darf ich wieder in ELDON’s Katakomben absteigen. Inzwischen möchte ich gerne einmal etwas Anderes tun! Stundenlang auf den Knien in einer Ecke leicht verbogen vorwärtsgebeugt arbeiten – Tag für Tag -macht wirklich kaputt. Alles tut weh.

Aber die ersten Erfolge kommen. Ich habe ja immer 3 Phasen bei der Arbeit (Ihr Auch?):
1. Die Abrissphase: Du beginnst, die alten Dinge zu beseitigen – ist ja nicht so viel, höchstens 1, 2 Tage (sagst Du DIr…)
2. Die Erkenntnis: Kacke, da ist es ja viel schlimmer, als es von außen aussah, es beginnt das Buddeln: 3-5 Tage
3. Der Wiederaufbau: mit Abstand die schönste Phase: dauert auch länger, aber Du siehst, wie „es wieder wird“ AHHHH, die Phase tut gut

So ist es mir wieder einmal in der Ecke geschehen, in der in einer Woche die Zentralheizung prunken soll.

Phase 1: alte Batterien raus. reinigen, putzen, mit Azeton waschen, alte Halterung umbauen für den Heizkessel und sich Fragen: Wie konnte es zu diesen Zustand nur kommen. (und immer schön sauer werden auf die Vorbesitzen, die nichts gemacht haben…:) )

Phase 2: Hups, hier und da oder doch größer ist die alte Halterung für die Batterien von der Säure stark angegriffen. Fast die Hälfte muss weggeschnitten werden. unglaublich

Phase 3: übrig bleibt eine Halterung, die mit Fenstern versehen ist und einen stäkeren Rahmen bekommt, damit die schwere Heizung wieder gut montiert werden kann. Dazu ein weißer Anstrich, damit ich später Schmutz schnell erkennen kann und und die Ecken bleibend sauber halten kann.

Geplant hatte ich für die Ecke einige Tage. Tatsächlich werden es wohl 2 Wochen plus intensive Nachpflege der Knie und – natürlich – des Rückens 🙂

Aber der Erfolg ist sehr schön. Der gesamte Bereich ist saniert, Oberflächen beschichtet und in einigen Tagen sind die Rohrleitungen neu sortiert und fertig für den Anschluß. Ich freue mich darauf.


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Energieversorgung an Bord

Gas, Elektrik, Diesel – was soll man an Bord nutzen ? Die Diversifizierung hat immer den Vorteil, das bei Ausfall eines Energieträgers noch andere (für einen Teil der Aufgaben) zur Verfügung stehen. Alles auf eine Karte setzen – das ist komfortabel, aber bei Ausfall des einen Energieform stehst Du auch gleich im Regen!

So war meine erste Planung: Diesel für den Antrieb, Gas/ Petroleum zum Kochen und Strom in der bordüblichen Spannung 12V / 24V für die elektrischen Verbraucher Licht, etc… Eine gute Aufteilung, aber auch mit den Nachteilen der Gasbeschaffung in anderen Ländern, Risiko bei technischem Versagen und für die 12/24V – Anlage Beschaffungsprobleme für Geräte wie z.B. Wasserkocher, Haarfön, …. die wollen alle 220V – oder taugen nicht viel (meine Meinung)

Manch eine weicht ab und installiert einen Dieselkocher. Finde ich super, diee Kocher (Hersteller Wallas, wennn ich mich nicht irre) bieten tolle Geräte an. Aber günstig ist das nicht. Und was mich ärgert: Wieder in Loch im Deck für einen Auspuff, wieder Dieselleitungen und und und .

So ist (war?) die übliche Verteilung an Bord. Richtig?

Auf Strom umstellen wäre natürlich schön. Aber dazu benötigt man in der Bleiakkuzeit doch recht respektable Mengen an Bleiakkus. praktisch nicht zu realisieren. Es sei denn, der Generator – sofern an Bord – läuft bei jedem Anspruch mit. Hast Du schon einmal einen Kuchen gebacken und der Generator läuft mal eine Stunde mit? Das macht keinen Spaß, fürchterlich, das ewige (laut oder leise) Gedröhne. Über den Antrieb denke ich erst gar nicht nach: WIr haben einen Motorsegler, deutlich über 25to Verdrängung, der Leistung benötigt. Da vergessen wir mal einen schicken Elektromotor….

Dann habe ich zu den Lithiumzellen herübergeschaut und nach einigen Videos der Aufklärung über Entladung und nutzbare Kapazität kam ich doch recht zügig zur Erkenntnis, das der Vorteil des leichteren Gewichts, der geringeren erforderlichen Kapazität mich trotz der stolzen Preise überzeugt hat; Kann ein Bleiakku nur ca. 50% seiner Kapazität zur Verfügung stellen (wenn er längere Zeit leben soll), so kann der Lithium-Ionen akku 80% seiner Kapazität geben und schadlos wieder laden. Aus dem Verhältnis wird klar: bei Nutzung von Lithium-Ionentechnik benötigst Du nur ca. 65% an Installierter Kapazität. Mit diesem Wissen findest Du bei Batterieherstellern für GUTE Blei Batterien Lösungen, die im Vergleich nur geringfügig günstiger sind. Ich habe die Lithium- Ionentechnik nicht mit den Billigbatterien verglichen, denn meine Anforderung auf See heißt: Technik soll zuverlässig sein!

Unsere Dieselkapazitäten belaufen sich auf 2to = ca. 2000 Liter. Da kann man schon eine Weile zurecht kommen, bevor wir wieder an die Zapfsäule müssen. Warum dazu noch ein Gaslager achtern ? Unser Gaslager umfaßt 3 große 11 kg Gasflaschen (die alten englischen waren mit 15kg sogar noch größer). genug Gas, um weit über ein halbes Jahr kochen zu können. Problem: wo füllt man sie wie im Ausland auf? Das ist ein echtes Thema. Meine Vorstellung schwere Gasflaschen im Ausland dann noch kilometerweit schleppen zu dürfen hat mir den Rest gegeben: Ich mag Gas zum Kochen, aber es muss anders gehen.

Nun haben wir uns entschlossen, das wir auf die Lithium-Ionentechnik setzen. Damit wollen wir das Gas von Bord eliminieren, das Kochen und Backen auf Elektrik umstellen und gleichzeitig alle primären Energieträger von Bord – außer den Diesel – verbannen.

Mit ausreichend elektrischer Energie, die dann auch gut auf der 220V – Ebene erzeugt werden, setzen wir in der Küche auf Strom, was uns einen großen Markt an Geräten und Annehmlichkeiten zufüßen legt, die man mit Gas einfach nicht hat: Der Gasofen muss Yacht-zugelassen sein, sonst gibt es keine Abnahme für die Gasanlage. Solche Diskussionen entfallen. Brötchen aus diesen „Yachtzugelassenen“ Öfen sind immer irgendwo leicht angebrannt, der Ofen ist eng. Über Kuchen backen denke ich jetzt nicht nach. Nö – das ändern wir jetzt.

Gewonnen haben wir ein vollwertiges 220Volt – Netz an Bord für allerlei Anwendungen. Gewonnen haben wir achtern Stauraum, weil 3 große Gasflaschen wegfallen. Das ist sehr gut. Gewonnen haben wir annehmliches Kochen und Backen, viel weniger Hitze unter Deck beim Kochen. Das freut gerade bei warmen Außentemperaturen sehr!

Wie sieht unser Netz nun aus?

  • Die Batteriekapazität beläuft sich zukünftig auf 400Ah 24 Volt
  • Ein Spannungswandler (Victron Energy Quattro 5000: liefert 5kW 220V Strom und managed die Batterien, den Generator und den Landstrom
  • der Trenntrafo – auch Victron Energy trennt das Schiff vom Landnetz (PE – Leiter) Somit ist ein galvansicher Effekt von Land aus nicht mehr möglich. Der Trafo kann maximal 3.5 kW zur Verfügung stellen.
  • 24 Volt – Netz
  • 12 Volt – Netz
  • Generator 4,5 kW
  • Solarpanels (die Größe wird noch festgelegt)
  • Kochen: 220V Induktionskochfelder, je 2000W
  • Backofen 220V
  • Heißwasserboiler 80L 220V, 24V

Der Quattro 5000 kann über den Steuerstand geregelt werden: Wieviel Landstrom darf gezogen werden? Wieviel Strom muss aus den Batterien entnommen werden? Wann muss der Generator zugeschaltet werden?…. Das regeln die Steuerungen bevor etwas schief geht.

Mein Wunsch ist, das der Generator automatisch gestartet wird, wenn mehr Strom benötigt wird. Aber das schiebe ich noch etwas auf.

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Werftzeit

Traurig und aufregend – eine Werftzeit ist immer ein Start zu etwas Neuem, Frischen! Aber auch die klare Botschaft: vergiss das Wasser, die Navigation, die Wellen. Freue Dich auf Schleifpapier, Schraubenzieher, Radio und enge Schränke, in die Du Dich hinein zwängen darfst, damit Du nach Monaten der Plackerei endlich wieder einmal das Wasser sehen darfst 🙂 Ich freue mich schon jetzt darauf.

Wir sind schnell aus dem Wasser und der fahrbare Kran bringt uns sicher an die Stellplatz an Land. Meine Erste Tat: Einhausen und Wetterfest machen. Ich baue eine Art Zelt über ELDON, das bis unten reicht und an ELDON’s Stützen befestigt wird. Das ergibt ein lockeres Segel, das im Wind hin und her flattert, aber auch nicht so schnell reißt. So die Theorie – nach der Winterzeit werde ich einen Rückblick geben 🙄