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Fehlzündung

Für den Helder war ein Tag geplant. Es soll ja 4 Tage wunerschöne Wetter sein. Genau die Zeit, die ich benötige um nach Wilhelmshaven zu kommen.

Jaja -Wettervorhersagen. Nein, so falsch war sie gar nicht. Die Sonne scheint, es ist kalt, eigentlich ganz gut.

Dennoch fahre ich bei Wind ab 5 nicht gerne: Ich kenne ELDON’S Rigg nicht, ich weiß nicht wie alt und wie stabil. Ich möchte kein Risiko eingehen und bleibe sehr konservativ mit meinen Planungen.

Aber heute kommt wieder etwas anderes dazwischen: Als ich den Ölstnad kontrolliere stelle ich fest:

ICH HABE WIEDER WASSER IN DER MASCHINE!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ich werde wahnsinnig. SCHEI….

Also – ablegen wird nix.

Wieder einen ganzen Tag Ölgrütze aus der Maschine saugen. Und jetzt kommt etwas, das noch schlimmer ist: die Unsicherheit! Ich war mir inzwischen absolut sicher, das das Wasser in der Maschine in Dover mein Fehler war. Aber diesen Fehler habe ich diesmal nicht gemacht. ICH BIN SICHER.

Wo zu Teufel noch einmal kommt das Wasser nun her ?

Ich prüfe den Kühler. Alles gut. Geschmacksprobe des Kühlerwassers:
Ich muss fast kotzen.
Wie alt ist das denn?  und stinkt. paaahhhh.

Den gleichen Geruch nehme ich auch in der Ölgrütze war. Ist da ein Zusammenhang?

Ich sauge wieder einmal 50 (!!!!!) Liter ÖL/ Wasser Schaum/ Schlamm / Grütze aus der Maschine. Alle Reservekanister und Wasserflaschen sind nun voll mit dem Zeugs und stehen an Deck. Ich habe noch keine Idee, wohin damit.

Angesichts des verlorenen Tages schaue ich auf die Wettervorhersage: Die Schlechtwetterfront kommt unaufhaltsam auf uns zu. Da ich nur noch 2 Tage bis zur Front habe müßte ich auf  Borkum ausharren, bis die Front mit Ihren Auswirkungen durch ist. Das möchte ich nicht. Borkum ist mir in sehr schlechter Erinnerung geblieben. Schutzhafen heißt der Schrott, der dort geboten wird und auch noch kräftig Schwell bringen kann. Nein danke.

Also Entschluss: Ich bleibe hier. für eine Woche. Am nächsten Montag werde ich weiter fahren können.

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Zwischenstation beim besten Menschen, den man haben kann!

Auf See kann es schon langweilig werden. Das meint auch die holländische Küstenwache.

Gerade möchte ich zum stillen örtchen, schaue noch einmal auf das Radar für die nächsten 10 Minuten Aussicht. Da fällt mir ein Punkt Bb voraus auf, der schnell näher kommt.

Jawoll – die Küstenwache. Ich glaube, ich bin eine willkommene Abwechselung in diesen Wintertagen.

Ich telefoniere gerade mit mit einem Kunden, den ich mit den Worten abwürgen muss: „die Küstenwache ruft mich, wir müssen Schluß machen, ich melde mich..“

Nachdem wir uns auf den Kanal geeinigt haben – ich habe 60 verstanden, er meinte 06 – unterhalten wir uns über meine Wünsche für die Reise, wo ich herkomme, woher das Boot herkommt….

Sie sind sehr nett. Nach ein paar Fragen drehen sie mit den Worten: „Einen schönen Tag noch“ ab.

endlich – ich muss jetzt aber wirklich mal…

Nach ca. 25 Minuten – ich döse am Navitisch so vor mich hin, irritiert mich ein wedelnder Schatten im linken Augenwinkel. Da schwimmt ein Schlauchboot mit Polizisten neben mir und die Jungs wedeln heftig mit den Armen. Die wollen wohl an Bord kommen.

Ich hätte gerne eine Videoaufnahme in diesem Augenblick gemacht. Ich war nicht schnell genug.

Bei fast 8 Knoten speed kommen die 2 netten Herren an Bord und möchten gerne Papiere und Schiff sehen.

Wir unterhalten uns sehr nett. Ich glaube die haben meine Historie verfolgt und festgestellt, das ich für den bei den Franzosen angegebenen Weg doch schon recht lange unterwegs bin.

Aber alles gut und ich darf meine Reise fortsetzen. Ich freue mich schon jetzt auf die deutsche Küstenwache, die mich mit Sicherheit auch wieder untersuchen wird. Vielleicht schaffe ich dann einen Kurzfilm. 🙂

Wenig später laufe ich in Den Helder ein. Ich wähle den Marine Club Hafen. Er ist ohne Schleuse auch wieder schnell zu verlassen.

Ich habe wieder einige Stunden Autofahren vor mir. Aber auch das wird überwunden. Spät Abends erreiche ich Ijmuiden, nehme meinen Koffer und gehe erst einmal schlafen.

ELDON wartet schon.

Am nächsten Tag erwartet mich wieder Sonne und Kälte. Schön

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Lebe Wohl sagen

Schon lange ist bekannt, wann wir ausziehen müssen. Wenn man sich entscheidet, das Land zu verlassen und auf See zu ziehen, ist das ein großer Schritt.

Ich freue mich darauf! Im gleichen Atemzug bin ich auch nervös. Was wird kommen ? wird alles gut gehen ? Entscheidung korrekt ?

Heute spielen diese Fragen keine Rolle mehr. Nach wochenlangem Aussortieren, verkaufen, wegschmeißen kommt heute nun der Entrümpeler und nimmt den Rest mit, für den es keine Verwendung mehr gibt. Ganz schön viel Rest.

Im Garten stapelt sich mein Leben-sortiert nach Plastik, Metall, Schrott, noch zu gebrauchen…

Die gut eintrainierte Mannschaft bereinigt ein Leben innerhalb von wenigen Stunden runter auf „besen rein“. So der Auftrag.

Und dann stehe ich in dem leeren Haus, schaue mich um und blicke aus dem Fenster auf das, was ich mir noch gelassen habe. Ein volles Auto und ein Hänger mit ‚was drauf. That’s it.

Whou – der Schluck muss erst noch hinunter.

Ich wollte es so. Ich mache kein großes Drama, keinen großen Abschied. Julia hat immer gesagt, das in diesem Haus ein guter Geist lebt, eine alte Dame, klein, Kleid, Mütze, warmherzig. SIe hat nachts auf die Kinder aufgepaßt.  Ich konnte sie nicht sehen, aber manches mal habe ich mich über Dinge gewundert, die geschahen. Anna hat sie auch gesehen. Wenn sie da war: „Mach’s gut Mütterchen“ Wir werden uns nicht wiedersehen.
Es war ein gutes zu Hause.