Nach mehreren Tagen des Dauer- tief – Frostes und Sturmes mit bis zu 9 Bf in Böen (WindyTV) ist nun endlich wieder warm, oder wärmer. Ich bereite mich auf das Ablegen vor, fühle mich aber noch immer mulmig mit dem Thema „Wasser in der Maschine“

Alles um mich herum ist wie ein Erwachen, ein Aufatmen. Tagelang war ich alleine, nur die Mitarbeiter der Marine sind ab und an auf der Strasse entlang gefahren. Ansonsten nur Starkwind, Eis und Einsamkeit.
Jetzt aber kommen von überall her Menschen, die Schäden vom Sturm suchen und reparieren, Schiffe legen ab und kommen an, Sirenen ertönen (für eine Übung? Mh) und überall beginnt das Leben von Neuem. Ein Aufatmen. Mit der Sonne in den Augen ein gutes Gefühl.

Auch in der Marina kommt wieder Leben auf. Ich kann noch einmal tanken und nach Hilfe für die Entsorgung des Altöles fragen. Und schon ist es auch schon weg. Guter Service.

Dann ringe ich mich durch und möchte doch den Service für die Kühlwasserpumpe bestellen. Ich frage die Leute von der Marina. Sind alle sehr nett und hilfsbereit. 3 Telefonate und dann kommt die Aussage: Heute nach Mittag kommt jemand. Super…

Ich fühle mich nicht wohl bei dem Gedanken, das ich unterwegs bin, die Segel / der Mast Ärger machen und ich nach kurzer Zeit ohne Maschine darstehe, weil sie schon rein aus hydraulischen Gründen die Arbeit einstellt.

Hydraulische Gründe? Wenn das Kurbelgehäuse der Maschine sich langsam mit Flüssigkeit füllt können die Kolben nicht mehr auf und nieder schwingen, da sie gegen einen Wiederstand arbeiten, der vorher, als dort nur Luft war, nicht gegeben war. Die Maschine bleibt einfach stehen.

Kein Schöner Gedanke.

Die beiden Serviceleute kommen, gucken – und der eine will schon wieder gehen mit den Worten: „an der Pumpe ist alles verrostet, das Gehäuse, die Schrauben sind teilweise nicht mehr da…. Wenn wir da dran gehen, wissen wir nicht, welche Probleme dann kommen…“

Ich merke an, das die Pumpe ein Bronzegehäuse hat, das doch eigentlich nicht rosten kann. Mh – muss ich nun das Vertrauen in meinen Verstand aufgeben?

Gott sei Dank sind sie zu zweit: der Zweite raunt: Wir versuchen es!

Und: Nach eine viertel Stunde liegt die Pumpe vor uns. Allerdings mit Gehäusedeckel von der Maschine. Die Flanschverbindung zwischen Gehäusedeckel und Pumpe soll in der Werkstatt mit besseren Mitteln getrennt werden. Das kann ich verstehen.

Ich ärgere mich, das ich kein Werkzeug an Bord habe, um die Arbeit selber zu machen. Na ja, auf jeden Fall finden wir den wahrscheinlichen Fehler: die Lager der Pumpenwelle sind wohl kaputt. das Zahnrad vom Antrieb läßt sich locker Millimeterweise hin- und her bewegen. Nicht gut!

Oder doch gut: Wir haben endlich eine Fehler ausmachen können. Hinzu kommt , da die Antriebskammer, in der das Zahnrad steckt voller weißem Schlamm ist: WASSER

und weiß bedeutet für mich in diesem Fall: hier ist mehr Wasser als Öl, also ist hier auch die Quelle des Übels.

Die Beiden verlassen mit Pumpe und Lächeln das Schiff, geben mir noch eine Telefonnummer und meinen: „Machen Sie sich ein paar schöne Tage in Den Helder..:“

Hatte ich die nicht schon ? ?

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