Soll dieser Törn schon bald zu Ende gehen? Och mann, es wird gerade so schön. Wir sind aus Leixios ausgelaufen und haben wieder Kurs Süd aufgenommen. Endlich wird es wieder wärmer. Die Palmen zeugen von warmen Klima und nähren doch immer wieder dieses Feeling „Ich bin im Süden“. Was meinst Du? Ich mag das!

Wer die portugisische Küste hinunter rauscht kommt an einer Stadt nicht vorbei, die seit der Entdeckung des Marketings zu Ehren gekommen ist: Nazare. Die Schöpfung hat Nazare eine ordentlich Unterwasserfurche verpaßt und nun landen hier Wellen, die weiter draußen noch ganz friedlich sind und sich in Küstennähe zu wahren Monstern aufstauen. Berge sind das, Wellen – das ist die falsche Bezeichnung. Aber mit Denen ist es wie mit uns Menschen: im warmen Sommer haben die auch keine Lust. Sie kommen erst mit dem Herbst und den Winter. Dann macht die Arbeit bei kühleren Temperaturen mehr Spaß und die Surfer müssen sich etwas ordentliches anziehen, wenn sie nicht frieren wollen. Ist ja auch besser, als wenn die Jungs immer nackisch‘ uff de‘ Foto wären, oder?

Während unseres Aufenthaltes sollen nach Prognose die ersten Wellen der Saison schon kommen. Der deutsche Guru der Surfbretter ist auch schon da und wartet auf die ersten Trainingseinheiten. Die höchsten Wellen der Welt sollen hier zu stande kommen. Bei der Anfahrt mit dem Boot kann man das hören. Es ist ein stetes lautes Grollen eines Ungeheuers in der Ferne. Man könnte fast Angst bekommen bei der Ansteuerung, wenn man nicht wüßte, das die Wellen um die Ecke sind und nicht hier am Hafen. Beeindruckend allemal!

Ein Teil von uns pilgert durch die Stadt zum Strand um die Wellen zu sehen. Aufzüge an Bergen helfen dabei, nicht zu weit laufen zu müssen. WHOU! Anbei ein paar Wellenbilder, nicht aus meiner Kamera. Wer hat sie eigentlich geschossen? Ich habe es vergessen.

Wir verlassen Nazare nach dem Abendessen mit vollen Bäuchen gegen 21 Uhr. Da war es wieder: Das Wetter und die Strömung und der Zeitdruck. Läßt einen nicht in Ruhe… Ich persönlich hätte nach dem Essen auch etwas Relaxen können bei einem schicken Verdauungsschläfchen zum Beispiel. Burger gab es; und Fleischspieße, Fritten und Cola, Bier, Wein. Aber halbherzig war es. Viele hatten schon gegessen und so haben wir Essen gefaßt, ohne Romantik, einfach essen.

Uns allen wird langsam klar: den nächsten Hafen verlassen wir mit dem Taxi. Schitt!

Am 28.09.2019 erreichen wir nach einer weiteren Nacht auf See und einem ruhigen Schlag kurz vor MIttag die Marina Oeiras vor Lissabon.

Ich wache auf und die Maschine brummelt. Aha – kein Wind. Blöd. Kurz vor Erreichen der Marina frischt es auf und wir bekommen noch einmal – für wenige Augenblicke – frischen Wind in die richtige Richtung. AAAHHHHH – doch noch eine Ehrenhafte Ankunft!

Wir werden erwartet, die Box ist frei „die Box ist da, wo die Möwe auf den Dalben sch… “ Wenige Meter später liegen wir sicher vertaut in der Box.

Schluß – Fini – Finish – Endegelände! Aus die Maus! Schluß jetz! Von hierab geht es mit 4 Rädern weiter. Schon ein blödes Gefühl!

Mensch Eddy, Du bekommst für uns alle frische Brötchen vom Hafenmeister. Wir müssen los, die Brötchen mußt Du alleine Essen! Bei kommt Neid auf! Aber das ist Dir gegönnt. Einen Tag ausspannen ohne die Verrückten um Dich herum. Tut auch gut!

Momente der Trennung mag ich nicht besonders. Ich hatte sehr viel Spaß mit einer tollen Crew und einem super Törn!

Danke Euch Allen für die gute Zeit: Eddy, Ute, Steffen, Christian, Marcin und Sven. Sie bleibt in sehr guter Erinnerung. Und, was sagt man in Seglers Kreisen:

Fair Wind, wir sehen uns da draußen!

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