Das einzig erregende an einem NOK – Tag ist die Wartezeit auf die Schleusen. Ich mag dieses herumdümpeln und warten nicht. Wir haben uns eine Zeit ausgesucht, in der in Holtenau nur eine Schleuse geöffnet ist. Auch schön – da können wir beim Warten gerne Schiffchen gucken: Wer kommt denn da so alles aus dem Tor gefahren… 🙂

Der Schleusenmann prüft die Tickets. WIr halten aus etlichen Metern Entfernung das Ticket in die Höhe. Alles gut, wir dürfen bleiben. Das ist Vertrauen in die Menschen. Der Mann kann nichts erkannt haben… Schön ist das.

Hast Du erst einmal den irren Hub von 20-30cm durchlebt (ist da ‚was geschehen?) öffnen sich die Tore Richtung Kanal. schon bevor die Tore wirklich offen sind ertönt die Stimme aus dem Megaphone: „Sport bitte ausfahren“ Whou, das wäre früher gar nicht möglich gewesen. Wir fahren durch das sich immer noch öffnende Tor in die Weiten des Kanals.

Von jetzt an beginnt die Wach – phase: sieh bloß zu, das Du nicht einschläfst. Es ist eintönig und langweilig. Wir können nur mit 2000 Umdrehungen Richtung Süden driften. Meine besorgten, wiederholten Neuplanungen für die Fahrzeit ergeben aber keine Risiken: Wir werden pünktlich vor Ende der Tagzeiten in der Marina Brunsbüttel ankommen.

Plan mal schön, Du Dussel… Kaum sind wir einige Zeit auf dem NOK unterwegs, da veschwinden auf einmal die Anzeigen im Kockpit. Alle Zeiger stehen auf „0“ Na super. Nach „Enriko, geht mal nachsehen“ und „Bernd, komm mal runter“ steht fest: Der Keilriemen hat sein Leben an der Scheibe ausgehaucht. SCHITT!!!!!

Maschine aus, die Suppe kocht bereits.

Independence driftet schön quer in den Kanal. kein WInd, Segel setzen macht keinen SInn. Ich sehe noch ein Polizeiboot kurz vorher vorüber ziehen, aber da sind sie auch schon weg. Es bleibt nix übrig: Wir können hier nicht quer im Kanal chillen. Ich rufe Hilfe üeber FUnk und teile mit, das wir manövrierunfähig den Kanal blockieren.

Ordnungsgemäß teile ich unsere Position mit – und verhau‘ mich noch: Wir waren in den Momenten der Erkenntnisdoch wieder 1,5 km weiter gefahren. Asche über mein Haupt. Ich korregiere mich und das Polizeischiff stellt fest, das sie näher dran sind und kommen uns zu Hilfe. Wir werden zur nächsten Anlegestelle abgeschleppt.

Enriko schmeißt sich todesmutig in den Maschinenraum und kann einen Ersatzkeilriemen montieren. PERFEKT! Danke Enriko!

Ein Polizeimitarbeiter kommt des Weges an unseres Anlegestelle und schaut fachkundig noch einmal nach: Etwas mehr Spannung bitte, aber ansonsten ist alles gut. Ihr könnt so weiter fahren. Super! Die Aussage gibt uns frischen Mut, doch noch Brunsbüttel zu erreichen.

Was soll ich sagen: Obwohl wir noch über eine halbe Stunden durch warten auf die Europa II verlieren erreichen wir Brunsbüttel vor Plan: das Abschleppen war deutlich schneller als die eigene Fahrt. So haben wir alles wieder herausgearbeitet.

Enrikos Freunde kommen von der Seeseite die Elbe hoch in den Kanal. Für den guten Einsatz heute hat Enriko heute Abend verdient Partytime mit seinen Freunden! Prost!

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