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Lebe Wohl sagen

Schon lange ist bekannt, wann wir ausziehen müssen. Wenn man sich entscheidet, das Land zu verlassen und auf See zu ziehen, ist das ein großer Schritt.

Ich freue mich darauf! Im gleichen Atemzug bin ich auch nervös. Was wird kommen ? wird alles gut gehen ? Entscheidung korrekt ?

Heute spielen diese Fragen keine Rolle mehr. Nach wochenlangem Aussortieren, verkaufen, wegschmeißen kommt heute nun der Entrümpeler und nimmt den Rest mit, für den es keine Verwendung mehr gibt. Ganz schön viel Rest.

Im Garten stapelt sich mein Leben-sortiert nach Plastik, Metall, Schrott, noch zu gebrauchen…

Die gut eintrainierte Mannschaft bereinigt ein Leben innerhalb von wenigen Stunden runter auf „besen rein“. So der Auftrag.

Und dann stehe ich in dem leeren Haus, schaue mich um und blicke aus dem Fenster auf das, was ich mir noch gelassen habe. Ein volles Auto und ein Hänger mit ‚was drauf. That’s it.

Whou – der Schluck muss erst noch hinunter.

Ich wollte es so. Ich mache kein großes Drama, keinen großen Abschied. Julia hat immer gesagt, das in diesem Haus ein guter Geist lebt, eine alte Dame, klein, Kleid, Mütze, warmherzig. SIe hat nachts auf die Kinder aufgepaßt.  Ich konnte sie nicht sehen, aber manches mal habe ich mich über Dinge gewundert, die geschahen. Anna hat sie auch gesehen. Wenn sie da war: „Mach’s gut Mütterchen“ Wir werden uns nicht wiedersehen.
Es war ein gutes zu Hause.

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Und wieder nach Hause

Der Wind bläst und wir arbeiten jeden Tag so viel wie es geht am Schiff – oder besser gesagt daran, wie wir noch die letze Ecke ausnutzen können, um dort etwas zu verstauen.

Wir sind beide überrascht, das wir am Ende doch relativ gut unsere geballte Ladung von einem vollem Anhänger und vollem Auto unter Deck verstauen.

Einiges wird wieder verschwinden, sobald die Arbeiten am Schiff Ihren Lauf nehmen und Werkzeuge in dieser Masse nicht mehr benötigt werden.

Der Hafenmeister schaut mich an: „Schon seit 8 Wochen Regen und es nimmt kein Ende. Es ist unglaublich“

Das kann schon auf die Stimmung drücken. In der Nacht bläst es wie verrückt. Ich schlafe, bekomme das Spektakel nicht mit. Aber Julia meinte, so schlimm wäre es noch nicht gewesen.

May be… als ich aufwache scheint mir die Sonne ins Auge, es ist Windstille und ich kann keine Wolke mehr sehen. Hui – das ist schön.

Die Fischer kommen gegen 10 von draußen und ich habe den Eindruck, das sie sich ein Rennen liefern: Wer legt zuerst an, wer löscht seine Ladung als Erster und kann mit dem Auto zum 300m entfernten Markt rennen.


Die fahren wie die Irren heute morgen.

Man, ist das schön!
Und wir müssen heute wieder los nach Hause. Julia muss verreisen und ich muss Sie wegbringen. Ich komme in ein paar Tagen wieder. Samstag, ja Samstag bin ich wieder da

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Das letzte Abendmal

Wir habe uns entschlossen einen Tag früher wieder nach Hause zu fahren. Oder – wo war jetzt gleich unser zu Hause – hier auf dem Schiff. Ah – dann muss ich sagen: wir fahren noch einmal zum letzten Zu Hause zurück um dort weiter aufzuräumen.

Heute steht die Finalisierung des Ölwechsels an der Maschine an: neuer Ölfilter, Öl einfüllen und testen, ob noch alles i.O. ist – oder vielleicht besser als vorher ?

Ohne bessere Hilfsmittel ist der Ölwechsel eine Katastrophe. Stundenlanges Knien, manchmal läuft etwas Öl in die Bilge und ganz oft verkrampfen um die Arbeit zu erledigen.

Nachdem ich geschlagene 2 Stunden
daran gearbeitet habe, den neuen Ölfilter wieder anzuschrauben (das ist nicht so eine moderne Patrone – NEIN – das ist ein Filterelement, das in ein Gehäuse passgenau auf eine Dichtung gedrückt werden muss, durch die innen

eine riesen Schraube M12 hindurch ragt – ohne Führung – die dann, nachdem das Filterelement mit Dichtung und Gehäuse ordentlich gegen einen Federdruck an den Flansch gedrückt – und gehalten wird – vorsichtig in das Gewinde – nur mit Gefühl – eingeschraubt wird, wenn einem dabei das Filtergehäuse nicht aus den öligen Fingern glitscht und auf nimmer Wiedersehen in der Bilge verschwindet….

Ich brauche die 2 Stunden um den Trick herauszufinden, wie man das ohne die fehlende 3. Hand hinbekommt. Am Ende sage ich zu mir: Wieso hast Du das nicht gleich so gemacht….. GGGGGrrrrrrrrr SO what, sie ist drin….

Abends gibt es zur Belohnung das letzte Abendmal im FamilyPub. Wir hatten den Pub eher zufällig im Sommer geentert und uns so wohl gefühlt, das wir nur dort hingegangen sind, wenn wir Futter und Tränke benötigten.

Wir stopfen uns mit einem Burger und einigen Gläsern Jeffe voll, bevor wir eher rollend als laufend zurück zu ELDON watscheln und glücklich ins Bett fallen.

Ah – kennt ihr das nette Ehepaar in Steingrau?

Charles de Gaulle mit seiner Frau Yvonne de Gaulle. Eine sehr würdige Statue, die hier in der Geburtsstadt von Frau Gaulle steht.

Ich schaue die Beiden gerne an. Sie haben etwas sehr warmherziges und Gutes.

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Schleppen, Schleppen, schleppen

Wir haben den Wagen und einen Anhänger voll mit neuen Dingen, mit Umzugskarton und und und…

Das schlimme ist: bevor Du etwas neues installieren kannst, muss es erste einmal an Bord geschafft werden. Bei Niedrigwasser heißt dies in unserem Fall: 7, 8 Meter auf einer rutschigen Brücke mit voll beladener Karre steil bergab.

Die Batterien oder Wechselrichter sind alles Leichtgewichte, die erst bei 50kg Einzelgewicht beginnen. Zwischendurch denke ich, mein Rücken bricht durch.

Ich schleppe heran, Julia vergräbt die Dinge in den Schränken, putzt und organisiert alles unter Deck.

Langsam kommen wir voran.

Aber – geschafft macht glücklich.

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Wieder zurück auf ELDON

Wir starten früh am Morgen. Ich habe noch einen beruflichen Termin in Holland bevor wir endlich  zu ELDON fahren können. Viel gibt es nicht zu erzählen, wir haben eine lange Fahrt und erreichen Calais natürlich – im Regen. Was sonst. Hier scheint es in den letzten Monaten nur zu regnen. Selbst der Hafenmeister ist schon angewidert von diesem Wetter.

Meine Befürchtungen, das etwas nicht in Ordnung ist auf ELDON zerstreuen sich. Alles prima, ELDON geht es gut.

Ich bin überrascht wie trocken ELDON unter DEck ist. Als wir sie übernommen haben, war alles naß, überall rann Wasser an den Wänden hinunter. Das scheint alles vorbei zu sein.

Müde fallen wir spät abends ins Bett und schlafen erst einmal richtig aus.

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Das Mecka des Wassersports

Es ist wieder soweit. BOOT2018 steht an! Die Prozession kann beginnen.

Dieses Jahr wollen wir so richtig schick shoppen und informieren. Wir haben sogar Termine gemacht –  nü ja – einen…

Früher mußte ich jede boot mitnehmen. Ich hatte jedes Boot von innen gesehen das es betreten galt.

Aber ich gebe ehrlich zu: Meinem Tempo an Neugier für Neues können die Werften und die Lieferanten für Zubehör nicht folgen. Auf die Dauer wird es langweilig.

Auch habe ich den Eindruck, das sich manches im Kreis dreht und immer dann als neueste Idee und Performance verkauft wird, wenn es gerade schick ist.

Wir haben uns das französischen Preiswertsegment angesehen.

Mal ganz ehrlich: NÖ – so etwas würde ich nicht haben wollen. Alles so „optimiert“ – oder besser gesagt: BILLIG. Wir vergleichen die Aussagen eines U- Tubers dem wir folgen mit dem, was wir hier im Detail sehen können.

Es wundert mich nicht, das die Leut‘ an tausend kleinen Ecken Probleme haben. Luken, die brandneu nach 4 Jahren schon im Sanierungsbereich liegen. Dichtungen verschlissen, Acryscheiben sehen aus wie Hund…. Aufsteller für Luken, die dirent in das Plastik eingearbeitet sind. Ich will gar nicht weiter machen.

Unseren Luken sind 45 Jahre alt, haben eine Sicherheitsverglasung durch die man noch immer wie am ersten Tag hindurch sehen kann, und: sind dicht. WHOU. Ok – dieses Jahr werden alle Luken poliert, die Scheiben heraus genommen und neu eingedichtet, einige Aufsteller müssen repariert werden. Aber bitte – nach 45 Jahren….!!!!! Nicht nach 3 Jahren schon Schrott.

Ich vergleiche die Decksbeklebung in Teakoptik aus Holzfunier mit unserem Stabteakdeck. Mein Auge sagt: das sind max. 6 mm, bei einer Yacht hatte ich eher auf 4 mm getippt. Wir schleifen unser Deck dieses Jahr. Das wird dann wohl der 2. oder 3. Schliff in seinem Leben sein. Danach werden immer noch 8-10 mm vom Teak über sein. Bis ich so weit herunter bin, wie diese Schiffe neu geliefert werden, ist ELDON 80 (Jahre alt..)

Ich lasse mich überraschen, wann das Markt wieder auf Qualität setzt.

Wir lieben unseren behäbigen Langkieler, der als Panzer über die Meere schippert. Alles massiv, geht nicht kaputt.

Ich muss unweigerlich nur an unseren Diesel denken, der 3 Tage nach unserer Übernahme kräftig Wasser aufgenommen hatte (mein Fehler, weil ich nicht gesehen hatte, das die Kühlwasserleitung nicht mit Belüfter hoch genug angebracht für Sicherheit gesorgt hatte) Normalerweise durchaus ein Totalverlust. Mein Lister – Diesel (BHKW – Niveau) hustet einmal, das war’s und weiter geht’s.

Wir holen unsere Bestellung bei Victron Energy ab, bewundern Bordgeschirr aus Melamin (besonders Julia ist bejeistert) und entscheiden nach 5 Stunden, 2 Suppen, einem Eis, schmerzendem Rücken und Plattfüßen, das das warme Auto eine gute Alternative ist, die uns schnell nach Hause bringt.

Nach 5 Minuten im Auto ist Julia im Land der Schäfchen. Mein Neid verfolgt sie in den Schlaf.

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Was ein guter Abend ohne Lasten auf dem Rücken und mit gutem Futter bewirken kann

Abends gehen wir ins Restaurant vor Ort in der Marina.

AH – eine gute Entschädigung von all den Strapazen und schmerzen. Ich glaube ich muss Julia erst einmal den Rücken einrenken. Sie hat von all dem Gewicht starke Rückenschmerzen bekommen.

GGGRrrrrrr – sagt keinen Ton und leidet still…

Whou war das Essen gut. Und das Bier erst…

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Bis zu ELDON

die weitere Reise ist endlich einmal unspektakulär. Wir erreichen Portsmouth, quälen uns zum Taxi und fahren zur nächsten Fähre, die uns auf die Isle of Wight bringen soll.

Die Dame am Ticketschalter und Kaffee / Kuchen / Sandwich – Verkauf ist sehr nett. Sie bestellt uns ein Taxi für die andere Seite, damit wir mitten in der zu unserem Schiff kommen.

Und es kommt wie geplant: Wir errreichen in frühen Morgen stunden die Isle of Wight und unser Taxi bringt uns zum Schiff.

Ich muss im Regen einige Minuten suchen. Aber dann habe ich sie. SIe sieht ja nicht aus wie jeder normale Segler.

Wir hiefen noch unser Gepäck pladdernass an Bord, sehen noch 2 Stunden nach dem Rechten und bauen unsere Bettenburg.

Tschüß – wir fallen um wie die Bäume…

Später weckt uns der Hunger und wir beginnen uns einzuleben, die Sachen auszupacken, Schränke zu auszuwischen und was man so tun kann, damit es gemütlicher wird

Ich sammel die nächsten Arbeiten: Heizung geht nicht (schitt!) und viele andere Dinge sind ebenfalls nicht wie es schön wäre. Aber das wird schon.

Dem Wassertank trauen wir nicht. Also nehme ich Wasser von Land im Kanister.

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Heute ist uns jemand gut gesonnen

Endlich schönes Wetter.Kein Regen oder Schnee. Nein – Sonne, kalte Luft, aber richtig schön!

Wir frühstücken und verlassen unser Nachtlager in Richtung Fähre.

Das Schöne an Le Havre: hier fährt nur einmal am Tag eine Fähre. Immer zur gleichen Zeit 17:00 Uhr. Also haben wir Zeit uns mit jeder Menge Beamten zu quälen.

Aber – alles anders. Am Schalter für die Tickets ruft die nette Damen einen Herren von der französischen Polizei. Der verschwindet einige Minuten, kommt wieder und sagt: „jo, allet jut“ Ihr könnt fahren. Verdammt noch mal, hatte ich doch gestern schon gesagt. Manno….

Ich bedanke mich bei der jungen ansehnlichen Dame am Ticketschalter und dem Polizisten, die sich bereits schmusend in den Armen liegend für die lange Mittagspause verabschieden.

Wir haben unser Ticket. Gott sei dank….

Wir gehen spazieren und schleppen unser Gepäck zu einem Sportausrüster. Julia benötigt dringend noch eine wasserdichte Haut für die Überführung.

Aber wir machen langsam. Wir sind unendlich kaputt von diesem Gepäck, das uns alles abverlangt. ICH – wollte ja gar nicht so viel mitnehmen (uiui – ich muss schweigen)

Etwas Ablenkung kommt in einer schicken Shoppingmall. Ich kaufe etwas Futter im Supermarkt und vor allem Wasser.

Gegen 16:30 geht es ab zur Fähre. Wir stehen an der Ausweiskontrolle, da beginnt doch ein neuer Beamter wieder von vorne…

Gott sei Dank kommt schnell der Kollege und löst die Situation auf. Wir können endlich auf’s Schiff und fahren los: Richtung Portsmouth, wo wir morgen früh ankommen werden.

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Weiter geht’s über Paris nach Le Havre

Morgen’s um 06:30 fallen wir aus dem Bett. Unsere Knochen schmerzen. Aber die Lust auf Frühstück treibt uns voran.

Das Frühstück ist super. ist ja auch selbstbezahlt, gel. Ah, das Taxi ist auch super…

Wir sitzen wieder im Zug. diesmal total überfüllt, weil ja alle Passagiere von gestern nun heute mit dem nächsten Zug weiter fahren wollen. Wozu denn auch noch einen weiteren Zug einsetzen. Sollen sie in den Gängen hängen!

In Paris müssen wir den Bahnhof wechseln, den Zug wechseln. Alles mit unserem leichtem Handgepäck. Mein Körper schreit um Hilfe. Julia sieht aus, wie ich mich fühle.

Irgendwann haben wir es geschafft. haben neue Ticktes für die Fahrt von Paris nach Le Havre (umgeplant, wie dumm bin ich eigentlich….:(  )

Wir sitzen im Zug und sind schon happy. Endlich wieder warm, endlich wieder weiche Sitzen:

„Bitte verlassen Sie den Zug. Dieser hat technische Probleme“ Zwei Bahnsteige weiter steht ein anderer Zug bereit. Ich kann es langsam nicht mehr fassen.

Wieder alles auf, raus rüber hetzen. Ich schwimme im eigenen Saft. Oder so..

Endlich geht es los. Wir fahren nach Le Havre. Mit ein weinig Glück schaffen wir die Fähre nach Portsmouth noch rechtzeitig. Trotz der Verspätung. Ich habe ja Zeit eingeplant.

Le Have ist eine nette Stadt. Wir fahren mit dem Taxi zur Fähre und äußern den Wunsch, mit der nächsten Fähre fahren zu wollen.

Aber Julia hat noch kein VISUM – sage ich dem Angestellten und weise ihn darauf hin, das dies auch nicht nötig ist. Ein Stempel von der britischen Boarder Authority ist genug. Ich hatte es im Gefühl. Der eigentlich ganz nette  Angestellte hatte keine Ahnung was er tut und sendet Kopien unserer Ausweise zur britischen Seite nach Portsmouth, Dover oder sonst wo hin.
Nach einer halben Stunde bekommen wir die Nachricht: Man kann nicht länger warten. Man gibt uns eine Telefonnummer und läßt uns stehen.

Na super….

Inzwischen ist es 17:00 und ich suche zuerst einmal ein Nachtlager für uns. IBIS hilft weiter.

Sachen auf Zimmer, etwas frisch machen und ran ans Futter und heute vor
allem ein Bier..